Hegire, Johann Wolfgang Goethe

Nord und West und Sud zersplittern, Throne bersten, Reiche zittern, Fluchte du, im reinen Osten Patriarchenluft zu ...

Nord und West und Sud zersplittern,
Throne bersten, Reiche zittern,
Fluchte du, im reinen Osten
Patriarchenluft zu kosten,
Unter Lieben, Trinken, Singen,
Soll ich Chisers Quell verjungen.

Dort, im Reinen und im Rechten,
Will ich menschlichen Geschlechten
In des Ursprungs Tiefe dringen,
Wo sie noch von Gott empfingen
Himmelslehr’ in Erdesprachen,
Und sich nicht den Kopf zerbrachen.

Wo sie Vater hoch verehrten,
Jeden fremden Dienst verwehrten;
Will mich freun der Jugendschranke:
Glaube weit, eng der Gedanke,
Wie das Wort so wichtig dort war,
Weil es ein gesprochen Wort war.

Will mich unter Hirten mischen,
An Oasen mich erfrischen,
Wenn mit Caravanen wandle,
Schwal, Caffee und Mochus handle.
Jeden Pfad will ich betreten
Von der Wuste zu den Stadten.

Bosen Felsweg auf und nieder
Trosten Hafis deine Lieder,
Wenn der Fuhrer mit Entzucken,
Von des Maulthiers hohem Rucken,
Singt, die Sterne zu erwecken,
Und die Rauber zu erschrecken.

Will in Badern und in Schenken,
Heil’ger Hafis dein gedenken,
Wenn den Schleyer Liebchen luftet
Schuttlend Ambralocken duftet.
Ja des Dichters Lieberflustern
Mache selbst die Huris lustern.

Wolltet ihr ihm dies beneiden,
Oder etwa gar verleiden;
Wisset nur, da? Dichterworte
Um des Paradieses Pforte
Immer leise klopfend schweben,
Sich erbittend ew’ges Leben.

Clicca qui per la versione in Italiano

Show comments

Share your thought